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Beim Institut für Syndikalismusforschung in Deutschland ist ein Artikel zum morgigen 98. Todestag von Stefan Gheorghiu erschienen. Der Aufsatz „Stefan Gheorghiu zum Gedenken” berichtet über das Leben und die Aktivität des „revolutionären Syndikalisten mit deutlichen anarchistischen Ansichten”. Gheorghiu dürfte für Menschen, die mit der Geschichte der rumänischen Arbeiterbewegung vertraut sind, kein Unbekannter sein. Nach dem 2. Weltkrieg und der Errichtung der Einparteienherrschaft der Rumänischen Kommunistischen Partei trug die Parteihochschule ab 1946 seinen Namen. Der Autor Martin Veith unterstreicht das Gheorghiu Zeit seines Lebens kein Kommunist war und von diesen nach seinem Tod vereinnahmt wurde. Es müsse darum gehen, „dass er aus der Umklammerung der Kommunisten befreit wird und der Blick auf sein wahres Ich, seine freiheitlichen und anti-autoritären Überzeugungen gerichtet wird.”

Der interessante Beitrag findet sich (nur in deutscher Sprache) auf dem Blog des Instituts für Syndikalismforschung.

The Anarcho-Syndicalist Initiative in Romania (I.A.S.R) informed today about the victory of the striking workers of GDS MS in Arad. The statement says:

The Nemira Union announced the end of the collective labour conflict at GDS MS Arad due to the fact that the managers from GDS MS have accepted the union’s demands for a wage rise.

The strikers have been confronted during their strike action with a malicious attitude from mass-media and pressure from the bosses. IASR supported the workers from the beginning of the conflict, posting articles about the strike and calling for international support for the strikers. IASR was in contact with the workers from the beginning of the hostilities considering that only solidarity can bring a victory for the working class.

Although the demands of the strikers were accepted by the bosses we need to have in mind that in Romania:
– Labour legislation is in favor of the capitalist class;
– Mass-media is hostile to the working class interests promoting the idea that workers should be happy if they have a job however bad is that job;
– Workers solidarity is our only defense against government and the capitalist class.
IASR will monitor the situation of the workers from GDS MS Arad in the future and support their struggle against those that rob the fruit of their labour, enslaving them while their criminal allies – the politicians – are making the games of the privileged class.

This work struggle is a proof that workers can win with a strike. If they had not done anything, then nothing would have changed.

I.A.S.R., 07.10.2011

Original-Statement in Romanian

Die Anarcho-Syndikalistische Initiative Rumäniens (I.A.S.R.) informiert heute in einer Erklärung über den Sieg der streikenden ArbeiterInnen bei GDS MS in Arad. In der Erklärung heißt es:

Die Gewerkschaft „Nemira“ informierte über das Ende des kollektiven Arbeitskonflikts bei GDS MS Arad aufgrund der Tatsache, das die Manager von GDS MS die Forderung der Gewerkschaft nach einer Lohnerhöhung akzeptieren.

Die Streikenden waren während ihres Streiks mit üblen Verleumdungen der Massen-Medien und dem Druck der Bosse konfrontiert gewesen. Die I.A.S.R. unterstützte die ArbeiterInnen von Anbeginn des Konfliktes an, informierte in Artikeln über den Streik und rief zu internationaler Unterstützung für die Streikenden auf. Von Beginn der Kampfhandlungen an stand die I.A.S.R. in Kontakt mit den ArbeiterInnen, wissend um den Fakt, das nur Solidarität einen Sieg für die Arbeiterklasse erbringen kann.

Auch wenn die Forderungen der Streikenden von den Bossen akzeptiert wurden, müssen wir dennoch bedenken das in Rumänien:

– die Arbeitsgesetzgebung zum Vorteil der Kapitalisten ausgerichtet ist;

– die Massenmedien den Interessen der Arbeiterklasse feindlich gesinnt sind und Ideen propagieren, nach denen ArbeiterInnen glücklich sein sollen wenn sie einen Arbeitsplatz haben, unabhängig davon wie schlecht dieser auch immer ist;

– ArbeiterInnen-Solidarität unsere einige Verteidigung gegen Regierung und Kapitalisten ist.

Die I.A.S.R. wird die Situation der Arbeiter bei GDS MS Arad in Zukunft beobachten und ihren Kampf gegen diejenigen unterstützen, die ihnen die Früchte ihrer Arbeit rauben, die sie versklaven während ihre kriminellen Verbündeten – die Politiker – das Spiel der privilegierten Klasse spielen.

Dieser Arbeitskampf ist ein Beweis dafür, das Arbeiter einen Streik gewinnen können. Hätten sie nichts getan, dann hätte sich nichts verändert.

I.A.S.R., 07.10.2011

Original-Nachricht in Rumänisch

Übersetzung: Anarcho-Syndikalistischer Infodienst Rumänien, 07.10.2011

Since October 30, workers of the machine factory GDS Manufacturing Services in the Rumanian city of Arad went on an indefinite strike. This strike, which has been decided by the majority of workers, has been started after fruitless negotiations between the general management and the company union Nemira (Sindicatul Nemira).  Wage workers at the factory receive a monthly salary of 540 Leu, which is around 125 Euro. How shall workers feed their children with that? Midafax cited union secretary Samir Nedelea saying: “And now winter is coming and people need to heat their homes”. The strikers just demand a  decent additional salary of about 100 Leu (23€) pre-tax and vouchers, which have already been promised (Coupons instead of money which can be used in participating shops). They also demand a collective labour agreement for wage and work time regulation. A newly inaugurated labour law weakens current regulations by allowing individual labour contracts so that workers who do exactly the same job receive different payment depending on their negotiating skills when they were employed. In March, the general management announced the signing of a collective labour agreement. But the daily newspaper Adevarul wrote that nothing has happened so far.

While most newspapers just offer short and fragmented information, the famous newspaper Romania Libera initiated a smear campaign against the strikers. In particular, they accuse the union’s secretary of dishonest motives and personal revenge as “he has worked many years for the company and was then fired”. But the bourgeoisie press ignores the fact that he was fired during the negotiations to bring them to an end. Solidarity is very important in this situation. It hardly happens that workers in Romania strike at all; they are intimidated, they are faced with an apathetic society and they are met with refusal from media and politicians. GDS is a global player with its headquarters in Vicenza (Italy). They have branches in many cities, e.g. Düsseldorf and Madrid. Public pressure will support the workers’ demands.

Show your solidarity with the strikers and use the following Email address and contact form to show your solidarity and to put pressure on the general management, so they will accept the workers’ demands as soon as possible.

GDS MS Arad, Romania
Eveljn Vendramini
Email:  e.vendramini@gds.com

Headquarter GDS GROUP
Giovanni Cariolato
Email:  g.cariolato@gds.com
Fax: +39 0445 428992

Contact Form:  http://www.gds.com/contactus/enquiryform.ashx

Here is a general map of GDS dependencies:
http://www.gds.com/contactus/globaladdresses.ashx

Anarcho-Syndicalistic Information Service Romania, 03.10.2011

translated into English by bubblebobble

Auf selber gemalten Schildern fordern die Streikenden „Rücktritt der Geschäftsleitung“, einen „kollektiven Arbeitsvertrag“, „gleiche Rechte“, „Generalstreik“ und ein Ende der Diskriminierung.

Seit Freitag, dem 30. Oktober, befinden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter der Maschinenfabrik GDS Manufactoring Services im rumänischen Arad im unbefristeten Streik. Der Streik wurde nach mehreren vorangegangen fruchtlosen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Geschäftsleitung und der Betriebsgewerkschaft Nemira (Sindicatul Nemira) von der Mehrheit der Belegschaft beschlossen.

Die Lohnabhängigen erhalten einen Monatslohn von 540 Lei (das sind keine 125 Euro). „Wie soll ein Arbeiter von diesem Geld seine Kinder ernähren? Und der Winter und damit die Heizperiode steht nun auch an“ zitiert Mediafax den Gewerkschaftssekretär Samir Nedelea. Die Streikenden fordern bescheidene 100 Lei Brutto (!) (23 Euro) mehr Gehalt und die Ausgabe versprochener „Einkaufsgutscheine“. (Das sind Bons, die anstelle von Geld in den sog. „teilnehmenden Geschäften“ zum Einkauf verwendet werden können). Zudem fordern sie einen kollektiven betrieblichen Arbeitsvertrag (ähnlich einem Haustarifvertrag in Deutschland), der u.a. Arbeitszeiten und Entlohnung regelt. Die kürzliche Neufassung des rumänischen Arbeitsgesetzes hat die bisherige Vorschrift aufgeweicht und sieht nun auch individuelle Arbeitsverträge vor, denen zu folge Arbeiterinnen und Arbeiter für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich entlohnt werden können, je nach dem „Verhandlungsgeschick“ bei der Verhandlung über den Lohn. Die Geschäftsleitung hatte angekündigt einen kollektiven Arbeitsvertrag bereits im März zu unterzeichen. Bis heute ist dies nicht geschehen, wie die Zeitung Adevarul berichtet.

Während die meisten landesweiten Medien nur kurz und bruchstückhaft über den Streik berichten, hat die bekannte Zeitung Romania Libera eine Hetzkampagne gegen die Streikenden und besonders den Gewerkschaftsvorsitzenden entfaltet, welchem sie unlautere Motive unterstellt, da dieser „mehrere Jahre lang in der Firma angestellt war und vor kurzem gekündigt wurde“ und den Streik nun „aus persönlichen Gründen von außen in die Firma trage“. Dass die Kündigung während der laufenden Verhandlungen durchgeführt wurde, um diese damit zu beenden, verschweigt die bürgerliche Presse.

In dieser Situation ist die Solidarität mit den Streikenden enorm wichtig. Es ist nicht nur selten dass Arbeiterinnen und Arbeiter in Rumänien streiken, sie stehen auch einer Welt der Ablehnung durch Politik, Medien und eingeschüchterter und teilnahmsloser Bevölkerung gegenüber. GDS ist ein Globalplayer, der seinen Hauptsitz im italienischen Vicenza hat. Niederlassungen gibt es u.a. auch in Düsseldorf und Madrid. Öffentlicher Druck kann sicherlich helfen den Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter Nachdruck zu verleihen. Zeigt euch solidarisch mit den Streikenden.

Nutzt die Email-Adressen und das Kontaktformular um eure Solidarität mit den Streikenden zu bekunden und die Geschäftsleitung aufzufordern, die Forderungen der Streikenden unverzüglich zu erfüllen:

GDS MS Arad, Romania

Eveljn Vendramini

E-mail: e.vendramini@gds.com

Hauptsitz GDS Group

Giovanni Cariolato

E-mail: g.cariolato@gds.com

Fax: +39 0445 428992

Kontaktformular: http://www.gds.com/contactus/enquiryform.ashx

Eine Übersicht von Firmenniederlassungen von GDS findet sich hier: http://www.gds.com/contactus/globaladdresses.ashx

Anarcho-Syndikalistischer Info-Dienst Rumänien, 03.10.2011

Die aktuelle Oktober-Ausgabe des “Industrial Worker” der “Industrial Workers of the World” (IWW) veröffentlicht ein Interview mit dem internationalen Sekretär der Anarcho-Syndikalistischen Initiative Rumäniens (I.A.S.R.). Darin informiert dieser über die Organisationsstruktur und angestrebte Arbeitsschwerpunkte der Initiative sowie über die Schwierigkeiten, mit denen die Anarcho-Syndikalisten in Rumänien konfrontiert sind. Angesprochen werden zudem die Situation der „nicht vorhandenen“ Linken im Land, sowie die der Anarchisten. Weiterhin erfahren die Leserinnen und Leser dass die I.A.S.R. einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) gestellt hat, über welchen auf dem kommenden Kongress der IAA entschieden werden soll.

Das Interview findet sich hier auf Seite 12.

The actual October issue of the “Industrial Worker” of the “Industrial Workers of the World” (IWW) published an interview with the international secretary of the Anarcho-Syndicalist Initiative from Romania (I.A.S.R.). Therein he informs about the organisational structure and the aspiration of the main work of the initiative as well as about the difficulties, with witch the anarcho-syndicalists in Romania are confronted. Addressed is also the situation of the “not existent” political left in the country, as also the situation of the anarchists. Further get the readers informed, that the I.A.S.R. has done a proposal of membership in the International Workers Association (IWA) about which the coming congress of IWA shall decide.

The interview is to find here at page 12