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Die kurze und kenntnisreiche Reportage beleuchtet Macht, Einfluss und Finanzierung der Orthodoxen Kirche Rumäniens und ihre Rolle im Staat. Kritik an der Kirche und am Glauben hören dabei weder die Kirche noch die Mehrheit der rumänischen Bevölkerung gerne. So spricht ein orthodoxer Priester im Interview davon, „Wer gegen die Kirche kämpft, kämpft gegen Gott“. Einen Gott den es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gar nicht gibt und den es, Bakunin zu Folge, selbst bei seiner etwaigen Existenz abzulehnen gilt.

Der Film ist in Rumänisch und Englisch untertitelt.

Grafik entnommen dem Blog der Anarcho-Syndikalistischen Initiative Rumäniens

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The short and knowledgeable Reportage shed light on Power, Influence and Financing of the Orthodox Church in Romania and here role in the state. Critic on the church and the belief don’t like to hear neither the church nor the majority of the Romanian population. “Who fights against the church, fights against God”, says an orthodox priest in a interview. A god, who almost certainly doesn’t exist and who, like Bakunin said, is to refuse, even when he would exist.

The Movie is on Romanian language and with English subtitles.

Graphic from the Blog of the Anarcho-Syndicalist Initiative from Romania

Since 24. August in Hungerstrike. The teacher Cristina Anghel.

Cristina Anghel is the name of a Romanian teacher on hunger strike for 64 days. She refuse to eat since August 24, protesting against the government decision of wage cut. There were a few politician’s declarations urging her to end the protest and not to put her life in danger no more. What these politicians really don’t understand is that their actions are putting her life in danger as their decisions are putting every wage addicted person’s life in danger. With a salary that is less then 300 Euros it is impossible to live. That is the reason why she is accusing the officials for ignoring her and treating her as if she did not exist.

Cristina Anghel is 55 years old, she’s married and she have a daughter. She was admitted in a hospital and is now under medical supervision. She is decided not to end her protest until politicians will understand that people’s life conditions, those conditions caused by government incompetence and cynism, lead people to desperate solutions. Yet Cristina Anghel does not want to commit suicide as one of her colleague – Maria Cracoveanu – did last month, realising she could not live on the reduced wage.

Cristina Anghel’s declarations directly targeting government and the lack of emphaty and humanity of the politicians that are refusing systematically to accept that people’s needs have reached the point where is all about surviving.

“I will not stop until the politicians understand that Romania is our country and we want it the way it should be” she declared to the press. The Romanian president – Traian Basescu declared also to the press that he didn’t heard about the teacher’s hunger strike and that he did not know anything about.

Bildungsminister Funeriu: 14.000 weitere LehrerInnen bis 1. September 2010 erwerbslos

Bildungsminister Daniel Funeriu (PDL).

Der amtierende rumänische Bildungsminister Daniel Funeriu (Demokratisch-Liberale Partei – PDL) hat am 07. Juli angekündigt, das bis zum Beginn des kommenden Schuljahres 14.000 weitere Lehrerinnen und Lehrer aus dem „Bildungssystem“ „freigestellt“ werden. Darunter auch 4000 Lehrerinnen und Lehrer mit Best-Abschlüssen, die sie bislang zu einem festen Arbeitsplatz („Titularizare“) berechtigten. Angesprochen auf die wenigen Berichte der soeben beendeten Bacalaureat-Prüfungen, erklärte der Minister, daß „er die Korruption in den Schulen beendet habe“. Eine reine Lachnummer. In vielen Schulen über alle Bezirke des Landes verteilt, waren auch dieses Jahr wieder Abschlüsse käuflich. Schülerinnen und Schüler die tatsächlich gelernt hatten, hatten dadurch ein weiteres mal das Nachsehen, da den Kindern reicher und einflussreicher Eltern in der Regel die Höchstnoten (im rumänischen Schulsystem die 10) gegeben wurden, welche die wirklich lernenden in der Regel nicht erhalten.

Bildungsminister Funeriu: „Ich wäre sogar dann rechts, wenn es die Rechte nicht geben würde“

Vor einem einstündigen Interview mit dem Fernsehsender „Realitatea TV“ am 07. Juli 2010 wollte der PDL-Bildungsminister Daniel Funeria von dem ihn Interviewenden Journalisten Costa Rogozanu in Erfahrung bringen, ob dieser ein „Linker“ sei. Am Beginn der Livesendung informierte dieser das Fernsehpublikum in seinem Eingangsstatement darüber und fügte hinzu, das er ein Linker sei. Die Reaktion des Ministers darauf: „Ich wäre sogar dann rechts, wenn es die Rechte nicht geben würde“.

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Der Arbeitsminister Mihai Şeitan.

Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu verkündete gestern, das zum 1. Juni 2010 alle Gehälter der „Budgetari“, der GehaltsbezieherInnen im öffentlichen Dienst, um 25% gekürzt werden. Auch den Erwerbslosen und RentnerInnen geht es an den Kragen. Ihre Pensionen werden um 15% gekürzt. Besonders interessant ist das Vorgehen der Regierung, die sich nicht mal mehr bemüht den Anschein eines demokratischen Handelns aufrecht zu erhalten. So erklärte der Arbeitsminister Mihai Şeitan, das er über die Kürzungen vorab nicht informiert wurde. Er habe erst durch die Ankündigung des Präsidenten davon erfahren. Die rumänische Verfassung sieht die Einbeziehung der Minister in die Entscheidungen, die deren Bereich betreffen, vor. Diese Einbeziehung wurde umgegangen und die Entscheidung wurde in faktisch diktatorischem Stil getroffen um den Forderungen der Weltbank nach weiteren Einsparungen von Haushaltsgeldern Rechnung zu tragen. Mit Sicherheit wäre jedoch das Ergebnis der Kürzungen auch bei der Einbeziehung des Arbeitsministers nicht anders ausgefallen. Alle Schweinereien und Kürzungen wurden von diesem, wie von allen anderen Ministern mitgetragen. Begründet werden die Kürzungen seit Jahren mit der „Krise“. Und dies, obwohl nach Angaben der Europäischen Union bereits 2,5 Billionen Euro nach Rumänien geflossen sein sollen. (1)

Ernsthafte Proteste sind unwahrscheinlich

Das sich die rumänische Regierung ein solch diktatorisches Vorgehen erlaubt, könnte auch darin begründet liegen, das ernsthafte Proteste gegen ihre Politik sehr unwahrscheinlich sind. Im wahrsten Sinne des Wortes sind nahezu alle Gewerkschaften korrupt, ihre FührerInnen gekauft und bestochen. Groß angekündigte Streiks werden immer wieder auf weiter entfernte Termine verlegt und hinausgeschoben. Kommt es dennoch vereinzelt zu Streiks, so ist die Basis äußert gering. Bei der, von einer der zwei großen Lehrergewerkschaften breit angekündigten Streikaktion im Bezirk Galaţi am 22. April, um gegen das unbezahlte durchführen von Prüfungen und Abiturexamen durch LehrerInnen zu protestieren, beteiligte sich nur in der Stadt Galaţi eine Lehrerin. Ihr wurde umgehend gekündigt. Solidarität erfährt sie nicht.

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„Nicht Stehlen – die Regierung akzeptiert keine Konkurrenz“ – LehrerInnenprotest am 24.03.2010 in Buzau.

Zu einer im Land eher seltenen Aktion kam es am 24. März im rumänischen Buzau. Mehr als 4000 LehrerInnen demonstrierten durch die Stadt bis zum Rathaus und forderten die Auszahlung der ausstehenden Löhne ein. Die letzte Zahlung haben sie am 14. Februar erhalten. Mit dieser existenzbedrohenden Situation stehen die LehrerInnen in Buzau keineswegs alleine da. In zahlreichen Teilen des Landes haben LehrerInnen seit Monaten keinen Lohn oder nur geringe Abschläge erhalten. In der Regel gibt es kein gemeinsames Vorgehen gegen die Regierungspolitik.

Die Gewerkschaften stecken mit der Regierung unter einer Decke, haben zahlreiche groß angekündigte Streiks wieder abgeblasen und in (Geheim)Verhandlungen alle Verschlechterungen und Umstrukturierungen der häufig wechselnden Regierungen mitgetragen. Mit der Einführung der „Dezentralisierung“ der Kommunal-Verwaltung fiel die Einstellung und Entlassung der LehrerInnen den jeweiligen Bürgermeistern und Schuldirektoren zu. Die ohne hin das Land beherrschende Korruption wurde dadurch noch fester zementiert und es ist klar, das weder Bürgermeister (die das öffentliche Geld verwalten und allermeistens lieber in Statusprojekte oder die eigene Tasche stecken, als Löhne auszuzahlen) und Direktoren aufmüpfige und für ihre Rechte eintretende KollegInnen einstellen. Stattdessen blüht die Bestechung und die Einstellung angepasster LehrerInnen für aus dem Bildungssystem Gedrängte. Der rumänische Staat zementiert so sein System vor Veränderung und erhebt die persönliche Unsicherheit für LehrerInnen zum Prinzip.

Mit den großen Entlassungswellen, die seit über zwei Jahren durch das Land gehen, wurden auch zehntausende LehrerInnen erwerbslos. Zusätzlich wurde das Bildungssystem dem us-amerikanischen Modell der „Punkte“ angepasst, die von jedem Lehrer verlangt in 4 Jahren 100 „Punkte“ für eigenständige Aktivitäten zusammenzutragen. Wer unterhalb dieser – nur sehr schwer zu erreichenden Punktzahl liegt, verliert seinen Arbeitsplatz. Punkte gibt es durch das Schreiben und Veröffentlichen eigener Beiträge zu den spezifischen Bildungsthemen, der Teilnahme an Symposien etc. Die Teilnahmen an diesen Aktivitäten kosten wiederum Geld was eine weitere Industrie begünstigt hat. Weiterhin führt der Kampf um die Erreichung dieser Punkte zu einer extremen Konkurrenzsituation zwischen den LehrerInnen. Rumänien ist ein Land das besonders im sogenannten „Altreich“ keine bzw. kaum eine Kultur der gegenseitigen Solidarität entwickelt hat. Das „jeder gegen Jeden“ ist hier vorherrschend, auch unter den LehrerInnen. Die Klassengesellschaft manifestiert sich auch in der „Sammlung der Punkte“. Wer Geld hat, kauft sie sich bei veranstaltenden Schulen oder gleich direkt bei der Schulbehörde ein. Die „Fachbücher“ sind voll von Plagiaten und aus der Wikipedia entnommenen Artikeln. Es kommt öfters vor das in ein und demselben Buch, herausgegeben von Bildungsbehörden oder Schulen, mehrmals dieselben aus der Wikipedia entnommen Artikel enthalten sind. Unterzeichnet mit verschiedenen Namen.

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