Am Ende von 2013 – Proteste gegen das System. Rosia, Pungesti, Mosna

photo 1.3Das Jahr 2013 endet mit Protesten in Bukarest, Cluj-Napoca, Iasi, Temeswar und weiteren dutzend Städten in ganz Rumänien. Es sind die größten Proteste seit 1989. Sie brachten zehntausende von Menschen auf die Strasse, eine Leistung, die bei den Protesten von 2010 gegen den Sozialabbau durch die Regierung (einem der schlimmsten in ganz Europa) nicht erreicht wurde, der viele Menschen betraf. Die jetzige Sache ist keine ökonomische sondern eine ökologische.

Von September 2013 an fanden in Bukarest Massenproteste und Demonstrationen statt, die von 15.000 Teilnehmern bis zu 30.000 reichten. In anderen großen Städten des Landes versammelten sich Tausende.

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Die Protestierenden verlangen von der Regierung den Stopp des Gold-Minen-Projekts von Rosia Montana, ein Projekt das die größte Zyanid-Mine in Europa produzieren wird. Die kanadische Gesellschaft (Gabriel Resources) wird dafür – wenn das Projekt beginnen wird – über 13.000 Tonnen Zyanid per Jahr benutzen und dies 14 Jahre lang, während in ganz Europa per Jahr nur 1.000 Tonnen verbraucht werden.(1) Indes richten sich die Proteste gegen das System, Slogans gegen alle politischen Parteien sind oft zu hören. (2) Die Proteste haben keine hierarchische Struktur und keine Führer.

Seit dem Beginn der Proteste haben die Medien sie entweder ignoriert oder heruntergespielt. Manche TV-Anstalten haben die Protestierenden sogar beschimpft. Dies, so sagen die Protestierenden, aufgrund der großen Werbezeiten die von der Gesellschaft Gabriel Resources bezahlt werden, und mit denen sie die größten Sende-Stationen eingekauft haben. Es muss gesagt werden das die Medienkanäle fortwährend Werbung für das Minen-Projekt ausstrahlen, obwohl der nationale Medienrat es ihnen verboten hat. Nach dem verschiedene Diffamierungen durch die Massenmedien und die Regierung stattgefunden hatten um die Proteste zu diskreditieren, erklärte der Direktor des rumänischen Geheimdienstes (SRI), Georg Maior, Ende September das 500 Akten über Öko-anarchistische „Extremisten“ vom SRI angelegt wurden, damit suggerierend das anarchistische Aktivitäten innerhalb der Proteste stattfinden. Das Ergebnis war nicht das beabsichtigte. Anstatt das viele Protestierende aufgaben, bezeichneten sich viele der Protestierenden selber als „Öko-Anarchisten“. Bedauerlicherweise zeigen sich auch Gruppen von Nationalisten bei den Protesten, auch wenn sie eine Minderheit darstellen. Es muss gesagt werden das nach dem Versuch von Regierungsbeamten Teilnehmer der Proteste als Legionäre (rumänische Faschisten) zu bezeichnen, um diese in ein schlechtes Licht zu rücken, der Bürgermeister von Bukarest am 10. November die Teilnahme einer faschistischen Fraktion genehmigte, obwohl das rumänische Gesetz keine „Genehmigung“ für die Teilnahme an einer Demonstration vorsieht.

photo 2Ganze 12 Faschisten nahmen teil, inklusive von zwei Kindern, und sie wurden von einer Gruppe von Gendarmen beschützt. Ihre kleine Gruppe wurde durch die anderen Teilnehmern des Protestes isoliert. Wie auch immer zeigt dieses Vorgehen, das direkt nach dem nationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust stattfand, (3) das die Regierung nicht zögert auf den Faschismus zu setzen, wenn die Bevölkerung eine Bedrohung für die Privilegien der herrschenden Klasse darstellt.

Im Oktober richtete sich die Aufmerksamkeit nach Vaslui, Pungesti, einer der ärmsten Regionen des Landes. Am 16. Oktober wurden 5 Bauern, die gegen die Ausbeutung von Schiefer-Gas (hydraulische Bohrungen) durch die Chevron-Company protestierten, nach einer brutalen Intervention durch Gendarmen krankenhausreif geschlagen.

photo 3Demonstranten aus dem ganzen Land machten sich auf den Weg nach Pungesti um ihre Solidarität mit den Bauern zu bekunden, die sich gegen die Vergiftung ihres Landes durch Chevron wehren. Die Polizei versuchte die Zufahrtswege zu versperren um es anreisenden zu erschweren Pungesti zu erreichen. Die Bauern verbrachten Tage und Nächte auf den Feldern um zu verhindern das die Gesellschaft mit dem Aufbrechen des Bodens begann. Die kleine Gemeinde schien unter Belagerungszustand zu stehen, wie sich einige Demonstranten dazu äußerten.

photo 4Am 7. Dezember rebellierten 500 Menschen gegen Chevron.

Nach diesem Ereignis erklärte die Regierung Pungesti zur „speziellen Sicherheitszone“. Auch in Mosna, Sibiu, wehren sich Bewohner und Aktivisten gegen die hydraulische Rissbildung und entfernten die Kabel die für die Suche gelegt worden waren.

photo 5In diesem Moment befindet sich eine Gruppe von 20 Personen im Hungerstreik in Pungesti. Sie haben erklärt das die Autoritäten ihre Kinder terrorisierten. Sie fordern das die Gendarmen ihre Ortschaft verlassen.

Der „Economist“ (4) präsentiert Rumänien im Jahr 2014 unter „hohem Risiko einer sozialen Erhebung“ zu stehen.

photo 62013 war ein Jahr des Missbrauchs durch die Herrschenden. 2013 schüttelte die Regierung die Hände mit dem Kapital gegen die Bevölkerung in der Absicht diese für den Profit von wenigen zu vergiften. Unter diesen Umständen wäre es schön wenn 2014 ein Jahr sozialer Unruhen wird.

(1) Institutionen wie die Rumänische Akademie und die Bukarester Akademie Ökonomischer Studien haben in der Vergangenheit wissenschaftliche Argumente (kultureller, ökonomischer und ökologischer Art) gegen das Rosia Montana Gold-Corporation Projekt aufgezeigt.

(2) So erklärte der Ex-Kulturminister Razvan Teodorescu das die Proteste gefährlich seien, weil die Protestierenden alle politischen Parteien ablehnten.

(3)Am 9. Oktober 1941 begannen die Deportationen von Juden und Roma in Rumänien.

(4)http://www.economist.com/news/21589143-where-protest-likeliest-break-out-ripe-rebellion

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