Keine andere Alternative?

Diskussion mit Nicolas Trifon beim Erscheinen von “Anarhia” Nummer 3

Teilnehmerbericht

Anarhia3Am 23. November wurde in der “Biblioteca Alternativa” in Bukarest die dritte Ausgabe von “Anarhia” (Die Anarchie) vorgestellt – einer unabhängigen Publikation, die ihr Augenmerk auf die arbeitende Klasse, syndikalistische und libertäre Geschichte (besonders lokale Geschichte) legt, sowie theoretische Beiträge enthält aber auch auf aktuelle Ereignisse Bezug nimmt.

Die aktuelle Ausgabe beinhaltet Themen über Osteuropa in den 1980er Jahren, politische Emigration, alternative Projekte, soziale und politische Analysen, die Arbeiterbewegung aus Rumänien und Osteuropa sowie die politische Repression. Als besonderen Gast konnten wir Nicolas Trifon begrüßen, dessen politische Aktivität durch die 1980er Jahre mit “Iztok” verbunden ist, einer libertären Gruppe, die in Frankreich von bulgarischen Exil-Anarchisten gegründet wurde und deren Aktivität den Autoritarismus der kommunistischen Regime des Ostblocks anfocht. Zusammen mit Nicolas Trifon wurde die Verdammung (Absicht der Illegalisierung – Anm. ASIR) des Kommunismus unter dem (aktuellen) Staatspräsidenten Traian Basescu diskutiert: Warum war es notwendig das dieser Report von höchster Stelle legitimiert wurde (von einer Kommission des Präsidenten)? Verurteilt dieser Bericht nicht die gesamte Linke und findet sie nicht in einem historischen Moment statt, die gezeichnet ist vom Triumph des Neoliberalismus? Unter der aktuellen Krise des Kapitalismus, in der neue Formen politischer Organisation und Ökonomie vorstellbar werden und sind – bringt dieser Report nur zwei mögliche Welten zur Darstellung: Den Kommunismus mit seiner Vergangenheit an Verbrechen und Misshandlungen sowie den Kapitalismus als Lösung, der sich historisch als Erfolg bestätigt hätte, nachdem die kapitalistische Welt den kalten Krieg gewonnen hätte.

Auf längere Sicht gipfelt diese Vision darin, einen Angriff gegen die arbeitende Klasse darzustellen – und gegen alles was die arbeitende Klasse durch ihre Kämpfe im XX. Jahrhundert erreichen konnte. Dies ist ein Angriff, der überall auf der Welt stattfindet. Was diese Absicht für die Rumänen weniger deutlich macht ist ihre Vergangenheit, verdoppelt durch die politische Engstirnigkeit, die von den ideologischen Institutionen des Staates in schwarz und weiss gezeichnet wird: Autoritärer Kommunismus oder laissez-faire Kapitalismus.

Anmerkung: Traian Basescu verlas vor dem Parlament 2006 ein Dokument, das von einer präsidialen Kommission verfasst wurde und die kommunistische Diktatur in Rumänien analysierte. Dieses Dokument verdammt den Kommunismus generell als “kriminelles Regime”.

Der Blog der Zeitschrift “Anarhia” findet sich hier

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