Unbefristeter Streik in der Maschinenfabrik GDS in Arad

Auf selber gemalten Schildern fordern die Streikenden „Rücktritt der Geschäftsleitung“, einen „kollektiven Arbeitsvertrag“, „gleiche Rechte“, „Generalstreik“ und ein Ende der Diskriminierung.

Seit Freitag, dem 30. Oktober, befinden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter der Maschinenfabrik GDS Manufactoring Services im rumänischen Arad im unbefristeten Streik. Der Streik wurde nach mehreren vorangegangen fruchtlosen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Geschäftsleitung und der Betriebsgewerkschaft Nemira (Sindicatul Nemira) von der Mehrheit der Belegschaft beschlossen.

Die Lohnabhängigen erhalten einen Monatslohn von 540 Lei (das sind keine 125 Euro). „Wie soll ein Arbeiter von diesem Geld seine Kinder ernähren? Und der Winter und damit die Heizperiode steht nun auch an“ zitiert Mediafax den Gewerkschaftssekretär Samir Nedelea. Die Streikenden fordern bescheidene 100 Lei Brutto (!) (23 Euro) mehr Gehalt und die Ausgabe versprochener „Einkaufsgutscheine“. (Das sind Bons, die anstelle von Geld in den sog. „teilnehmenden Geschäften“ zum Einkauf verwendet werden können). Zudem fordern sie einen kollektiven betrieblichen Arbeitsvertrag (ähnlich einem Haustarifvertrag in Deutschland), der u.a. Arbeitszeiten und Entlohnung regelt. Die kürzliche Neufassung des rumänischen Arbeitsgesetzes hat die bisherige Vorschrift aufgeweicht und sieht nun auch individuelle Arbeitsverträge vor, denen zu folge Arbeiterinnen und Arbeiter für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich entlohnt werden können, je nach dem „Verhandlungsgeschick“ bei der Verhandlung über den Lohn. Die Geschäftsleitung hatte angekündigt einen kollektiven Arbeitsvertrag bereits im März zu unterzeichen. Bis heute ist dies nicht geschehen, wie die Zeitung Adevarul berichtet.

Während die meisten landesweiten Medien nur kurz und bruchstückhaft über den Streik berichten, hat die bekannte Zeitung Romania Libera eine Hetzkampagne gegen die Streikenden und besonders den Gewerkschaftsvorsitzenden entfaltet, welchem sie unlautere Motive unterstellt, da dieser „mehrere Jahre lang in der Firma angestellt war und vor kurzem gekündigt wurde“ und den Streik nun „aus persönlichen Gründen von außen in die Firma trage“. Dass die Kündigung während der laufenden Verhandlungen durchgeführt wurde, um diese damit zu beenden, verschweigt die bürgerliche Presse.

In dieser Situation ist die Solidarität mit den Streikenden enorm wichtig. Es ist nicht nur selten dass Arbeiterinnen und Arbeiter in Rumänien streiken, sie stehen auch einer Welt der Ablehnung durch Politik, Medien und eingeschüchterter und teilnahmsloser Bevölkerung gegenüber. GDS ist ein Globalplayer, der seinen Hauptsitz im italienischen Vicenza hat. Niederlassungen gibt es u.a. auch in Düsseldorf und Madrid. Öffentlicher Druck kann sicherlich helfen den Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter Nachdruck zu verleihen. Zeigt euch solidarisch mit den Streikenden.

Nutzt die Email-Adressen und das Kontaktformular um eure Solidarität mit den Streikenden zu bekunden und die Geschäftsleitung aufzufordern, die Forderungen der Streikenden unverzüglich zu erfüllen:

GDS MS Arad, Romania

Eveljn Vendramini

E-mail: e.vendramini@gds.com

Hauptsitz GDS Group

Giovanni Cariolato

E-mail: g.cariolato@gds.com

Fax: +39 0445 428992

Kontaktformular: http://www.gds.com/contactus/enquiryform.ashx

Eine Übersicht von Firmenniederlassungen von GDS findet sich hier: http://www.gds.com/contactus/globaladdresses.ashx

Anarcho-Syndikalistischer Info-Dienst Rumänien, 03.10.2011

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