Titel BUNA1Frisch aus der Druckerpresse: Soeben ist die erste Ausgabe der „BUNĂ – Zeitschrift für Befreiung & Emanzipation – nicht nur in Rumänien“ erschienen. Das 48-seitige Heft informiert über aktuelle politische und soziale Entwicklungen in Rumänien und legt einen weiteren Schwerpunkt auf die „Geschichte von unten“.

Im Vorwort heißt es über die Motivation der Redaktion: „Wir sind der Auffassung, dass es höchste Zeit ist, eine Zeitschrift herauszugeben, die kritisch auf die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten und Entwicklungen in Rumänien blickt und über Neuigkeiten aus dem Land zwischen Banat und Schwarzem Meer informiert. Die BUNĂ soll dazu dienen, genauer hinter die Kulissen zu blicken. In den meisten Medien kommt Rumänien nur als Randthema vor. Dabei nimmt das Land eine wichtige geopolitische und –strategische Rolle in den Plänen der wirtschaftlichen und politischen Eliten ein. (…) Einen weiteren Schwerpunkt legen wir auf die „Geschichte von unten“. Wir möchten Kenntnisse über das widerständige und revolutionäre, das „bessere“ Rumänien vermitteln und Akteure aus der anarchistischen, syndikalistischen, sozialistischen Arbeiterbewegung vorstellen.

Wir möchten fortschrittliche Schriftstellerinnen und Schriftsteller bekannter machen, an Ereignisse und Kämpfe erinnern und versuchen, daraus Lehren für uns heute zu ziehen. Es geht uns also um mehr, als die reine Information. Wie im Untertitel beschrieben, soll die BUNĂ einen Beitrag für Befreiung und Emanzipation leisten: Der Befreiung von Ausbeutung und Herrschaft sowie der Emanzipation zu einem freien, selbstbestimmten Leben in Würde. Solch ein Leben kann es nur ohne Staat, Patriarchat und Kapitalismus geben.“

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photo 1.3Das Jahr 2013 endet mit Protesten in Bukarest, Cluj-Napoca, Iasi, Temeswar und weiteren dutzend Städten in ganz Rumänien. Es sind die größten Proteste seit 1989. Sie brachten zehntausende von Menschen auf die Strasse, eine Leistung, die bei den Protesten von 2010 gegen den Sozialabbau durch die Regierung (einem der schlimmsten in ganz Europa) nicht erreicht wurde, der viele Menschen betraf. Die jetzige Sache ist keine ökonomische sondern eine ökologische.

Von September 2013 an fanden in Bukarest Massenproteste und Demonstrationen statt, die von 15.000 Teilnehmern bis zu 30.000 reichten. In anderen großen Städten des Landes versammelten sich Tausende.

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Die Protestierenden verlangen von der Regierung den Stopp des Gold-Minen-Projekts von Rosia Montana, ein Projekt das die größte Zyanid-Mine in Europa produzieren wird. Die kanadische Gesellschaft (Gabriel Resources) wird dafür – wenn das Projekt beginnen wird – über 13.000 Tonnen Zyanid per Jahr benutzen und dies 14 Jahre lang, während in ganz Europa per Jahr nur 1.000 Tonnen verbraucht werden.(1) Indes richten sich die Proteste gegen das System, Slogans gegen alle politischen Parteien sind oft zu hören. (2) Die Proteste haben keine hierarchische Struktur und keine Führer.

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photo 1.3The year 2013 is ending with protests in Bucharest, Cluj-Napoca, Iasi, Timisoara and other tens of cities all over Romania. These are the biggest protests from 1989, that brought in the street tens of thousands of people, a performance that was not reached in 2010 when the government cuts (one of the most severe in Europe) affected so many people. The issue now is not an economic but an ecological one.

From September 2013 in Bucharest there was large protests and marches that reached from 15.000 to over 30.000 participants. Other big cities from the country gathered thousands.

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Protesters demand from the government to stop the gold mining project from Roșia Montană, a project that will produce the largest cyanide pit from Europe. The Canadian company (Gabriel Resources) will use – in case that the project will start – over 13.000 tons of cyanide per year for 14 years while in the whole Europe are used only 1.000 tons of cyanide per yeari. However these protest are strongly anti-system, slogans against all political parties being heard oftenii. Protests had no hierarchical structure nor leaders.

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Discussion with Nicolas Trifon by launching “Anarhia” Number 3

report of a participant

Anarhia3On 23rd of November at “Biblioteca Alternativă” was launched the 3rd issue of “Anarhia” – an independent publication that put accent on working class, syndicalist and libertarian history, (especially local history), that contain theoretical approach but that is also relating about recent events.

The actual edition includes topics about East Europe during 1980’s: political emigration, alternative projects, social and political analyses, worker’s movement from Romania and Eastern Europe and political repression. Special guest was Nicolas Trifon – whose political activity during 1980’s is related to “Iztok”, a libertarian group founded in France by Bulgarian anarchists in exile and whose activity was impugning the authoritarianism of the communist regimes from Eastern Block. Along with Nicolas Trifon it was discussed the condemnation of communism under the (actual) president Traian Băsescu: Why was it necessary for this report to be legitimated from the highest level (from a presidential commission)?; Is this report condemning the left univocally and is this condemnation corresponding to a historical period that is characterized by the triumph of neoliberalism?; Under the actual crises of capitalism, when new forms of political organisation or economies should be imagine/reimagine – this report is bringing in existence only two possible worlds: communism with its past of crimes and abuses and capitalism as a solution that was historically verified as being a success since the capitalist world has won the cold war.

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Diskussion mit Nicolas Trifon beim Erscheinen von “Anarhia” Nummer 3

Teilnehmerbericht

Anarhia3Am 23. November wurde in der “Biblioteca Alternativa” in Bukarest die dritte Ausgabe von “Anarhia” (Die Anarchie) vorgestellt – einer unabhängigen Publikation, die ihr Augenmerk auf die arbeitende Klasse, syndikalistische und libertäre Geschichte (besonders lokale Geschichte) legt, sowie theoretische Beiträge enthält aber auch auf aktuelle Ereignisse Bezug nimmt.

Die aktuelle Ausgabe beinhaltet Themen über Osteuropa in den 1980er Jahren, politische Emigration, alternative Projekte, soziale und politische Analysen, die Arbeiterbewegung aus Rumänien und Osteuropa sowie die politische Repression. Als besonderen Gast konnten wir Nicolas Trifon begrüßen, dessen politische Aktivität durch die 1980er Jahre mit “Iztok” verbunden ist, einer libertären Gruppe, die in Frankreich von bulgarischen Exil-Anarchisten gegründet wurde und deren Aktivität den Autoritarismus der kommunistischen Regime des Ostblocks anfocht. Zusammen mit Nicolas Trifon wurde die Verdammung (Absicht der Illegalisierung – Anm. ASIR) des Kommunismus unter dem (aktuellen) Staatspräsidenten Traian Basescu diskutiert: Warum war es notwendig das dieser Report von höchster Stelle legitimiert wurde (von einer Kommission des Präsidenten)? Verurteilt dieser Bericht nicht die gesamte Linke und findet sie nicht in einem historischen Moment statt, die gezeichnet ist vom Triumph des Neoliberalismus? Unter der aktuellen Krise des Kapitalismus, in der neue Formen politischer Organisation und Ökonomie vorstellbar werden und sind – bringt dieser Report nur zwei mögliche Welten zur Darstellung: Den Kommunismus mit seiner Vergangenheit an Verbrechen und Misshandlungen sowie den Kapitalismus als Lösung, der sich historisch als Erfolg bestätigt hätte, nachdem die kapitalistische Welt den kalten Krieg gewonnen hätte.

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On exactly the 1st of May this year a new anarchist publication reached the public in Romania. It is called „Anarhia” (Anarchy). The first issue contains articles on the topics of Anarcho-Syndicalism, Nationalism and on the history of Anarchism and Syndicalism in Romania. The magazine has 32 pages. Printed issues can be picked up for free at The Alternative Library (Biblioteca Alternativă), Strada Episcopul Radu, Nr. 17 in Bucharest. New issues of „Anarhia” will be published every three months.

In order to celebrate the publishing of the first issue a „Release”-Event took place in Bucharest on the 30th of April. Between 40 till 50 interested people have participated and a short speech from one of the publishers was followed by lively questions and debates. On the 1st of May as Romanian anarchists gathered on a public meeting at Piața Universității (University Square) in Bucharest, „Anarhia” was also distributed there.

Contact: anarhia@riseup.net

Pünktlich zum ersten Mai ist eine neue anarchistische Zeitschrift in Rumänien erschienen. „Anarhia” (Die Anarchie) lautet ihr Name. Die erste Ausgabe beinhaltet Artikel zu den Themen Anarcho-Syndikalismus, Nationalismus und zur Geschichte des Anarchismus und Syndikalismus in Rumänien. Die Zeitschrift umfasst 32 Seiten. Gedruckte Ausgaben liegen in der Alternativen Bibliothek (Biblioteca Alternativa), Strada Episcopul Radu Nr.17, zur kostenlosen Abholung bereit. Die „Anarhia” soll alle drei Monate erscheinen.

Um das Erscheinen der ersten Ausgabe würdig zu begehen fand am 30. April eine „Release”-Veranstaltung in Bukarest statt. Zwischen 40 bis 50 Interessierte beteiligten sich und nach einer kurzen Rede eines der Herausgeber kam es zu lebendigen Nachfragen und Diskussionen. Am 1. Mai beteiligten sich AnarchistInnen an der Kundgebung am Bukarester Universitätsplatz. Auch hier wurde die „Anarhia” verteilt.

Kontakt: anarhia@riseup.net