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Beim Institut für Syndikalismusforschung in Deutschland ist ein Artikel zum morgigen 98. Todestag von Stefan Gheorghiu erschienen. Der Aufsatz „Stefan Gheorghiu zum Gedenken” berichtet über das Leben und die Aktivität des „revolutionären Syndikalisten mit deutlichen anarchistischen Ansichten”. Gheorghiu dürfte für Menschen, die mit der Geschichte der rumänischen Arbeiterbewegung vertraut sind, kein Unbekannter sein. Nach dem 2. Weltkrieg und der Errichtung der Einparteienherrschaft der Rumänischen Kommunistischen Partei trug die Parteihochschule ab 1946 seinen Namen. Der Autor Martin Veith unterstreicht das Gheorghiu Zeit seines Lebens kein Kommunist war und von diesen nach seinem Tod vereinnahmt wurde. Es müsse darum gehen, „dass er aus der Umklammerung der Kommunisten befreit wird und der Blick auf sein wahres Ich, seine freiheitlichen und anti-autoritären Überzeugungen gerichtet wird.”

Der interessante Beitrag findet sich (nur in deutscher Sprache) auf dem Blog des Instituts für Syndikalismforschung.

The Anarcho-Syndicalist Initiative in Romania (I.A.S.R) informed today about the victory of the striking workers of GDS MS in Arad. The statement says:

The Nemira Union announced the end of the collective labour conflict at GDS MS Arad due to the fact that the managers from GDS MS have accepted the union’s demands for a wage rise.

The strikers have been confronted during their strike action with a malicious attitude from mass-media and pressure from the bosses. IASR supported the workers from the beginning of the conflict, posting articles about the strike and calling for international support for the strikers. IASR was in contact with the workers from the beginning of the hostilities considering that only solidarity can bring a victory for the working class.

Although the demands of the strikers were accepted by the bosses we need to have in mind that in Romania:
- Labour legislation is in favor of the capitalist class;
- Mass-media is hostile to the working class interests promoting the idea that workers should be happy if they have a job however bad is that job;
- Workers solidarity is our only defense against government and the capitalist class.
IASR will monitor the situation of the workers from GDS MS Arad in the future and support their struggle against those that rob the fruit of their labour, enslaving them while their criminal allies – the politicians – are making the games of the privileged class.

This work struggle is a proof that workers can win with a strike. If they had not done anything, then nothing would have changed.

I.A.S.R., 07.10.2011

Original-Statement in Romanian

Die Anarcho-Syndikalistische Initiative Rumäniens (I.A.S.R.) informiert heute in einer Erklärung über den Sieg der streikenden ArbeiterInnen bei GDS MS in Arad. In der Erklärung heißt es:

Die Gewerkschaft „Nemira“ informierte über das Ende des kollektiven Arbeitskonflikts bei GDS MS Arad aufgrund der Tatsache, das die Manager von GDS MS die Forderung der Gewerkschaft nach einer Lohnerhöhung akzeptieren.

Die Streikenden waren während ihres Streiks mit üblen Verleumdungen der Massen-Medien und dem Druck der Bosse konfrontiert gewesen. Die I.A.S.R. unterstützte die ArbeiterInnen von Anbeginn des Konfliktes an, informierte in Artikeln über den Streik und rief zu internationaler Unterstützung für die Streikenden auf. Von Beginn der Kampfhandlungen an stand die I.A.S.R. in Kontakt mit den ArbeiterInnen, wissend um den Fakt, das nur Solidarität einen Sieg für die Arbeiterklasse erbringen kann.

Auch wenn die Forderungen der Streikenden von den Bossen akzeptiert wurden, müssen wir dennoch bedenken das in Rumänien:

- die Arbeitsgesetzgebung zum Vorteil der Kapitalisten ausgerichtet ist;

- die Massenmedien den Interessen der Arbeiterklasse feindlich gesinnt sind und Ideen propagieren, nach denen ArbeiterInnen glücklich sein sollen wenn sie einen Arbeitsplatz haben, unabhängig davon wie schlecht dieser auch immer ist;

- ArbeiterInnen-Solidarität unsere einige Verteidigung gegen Regierung und Kapitalisten ist.

Die I.A.S.R. wird die Situation der Arbeiter bei GDS MS Arad in Zukunft beobachten und ihren Kampf gegen diejenigen unterstützen, die ihnen die Früchte ihrer Arbeit rauben, die sie versklaven während ihre kriminellen Verbündeten – die Politiker – das Spiel der privilegierten Klasse spielen.

Dieser Arbeitskampf ist ein Beweis dafür, das Arbeiter einen Streik gewinnen können. Hätten sie nichts getan, dann hätte sich nichts verändert.

I.A.S.R., 07.10.2011

Original-Nachricht in Rumänisch

Übersetzung: Anarcho-Syndikalistischer Infodienst Rumänien, 07.10.2011

Since October 30, workers of the machine factory GDS Manufacturing Services in the Rumanian city of Arad went on an indefinite strike. This strike, which has been decided by the majority of workers, has been started after fruitless negotiations between the general management and the company union Nemira (Sindicatul Nemira).  Wage workers at the factory receive a monthly salary of 540 Leu, which is around 125 Euro. How shall workers feed their children with that? Midafax cited union secretary Samir Nedelea saying: “And now winter is coming and people need to heat their homes”. The strikers just demand a  decent additional salary of about 100 Leu (23€) pre-tax and vouchers, which have already been promised (Coupons instead of money which can be used in participating shops). They also demand a collective labour agreement for wage and work time regulation. A newly inaugurated labour law weakens current regulations by allowing individual labour contracts so that workers who do exactly the same job receive different payment depending on their negotiating skills when they were employed. In March, the general management announced the signing of a collective labour agreement. But the daily newspaper Adevarul wrote that nothing has happened so far.

While most newspapers just offer short and fragmented information, the famous newspaper Romania Libera initiated a smear campaign against the strikers. In particular, they accuse the union’s secretary of dishonest motives and personal revenge as “he has worked many years for the company and was then fired”. But the bourgeoisie press ignores the fact that he was fired during the negotiations to bring them to an end. Solidarity is very important in this situation. It hardly happens that workers in Romania strike at all; they are intimidated, they are faced with an apathetic society and they are met with refusal from media and politicians. GDS is a global player with its headquarters in Vicenza (Italy). They have branches in many cities, e.g. Düsseldorf and Madrid. Public pressure will support the workers’ demands.

Show your solidarity with the strikers and use the following Email address and contact form to show your solidarity and to put pressure on the general management, so they will accept the workers’ demands as soon as possible.

GDS MS Arad, Romania
Eveljn Vendramini
Email:  e.vendramini@gds.com

Headquarter GDS GROUP
Giovanni Cariolato
Email:  g.cariolato@gds.com
Fax: +39 0445 428992

Contact Form:  http://www.gds.com/contactus/enquiryform.ashx

Here is a general map of GDS dependencies:
http://www.gds.com/contactus/globaladdresses.ashx

Anarcho-Syndicalistic Information Service Romania, 03.10.2011

translated into English by bubblebobble

Auf selber gemalten Schildern fordern die Streikenden „Rücktritt der Geschäftsleitung“, einen „kollektiven Arbeitsvertrag“, „gleiche Rechte“, „Generalstreik“ und ein Ende der Diskriminierung.

Seit Freitag, dem 30. Oktober, befinden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter der Maschinenfabrik GDS Manufactoring Services im rumänischen Arad im unbefristeten Streik. Der Streik wurde nach mehreren vorangegangen fruchtlosen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Geschäftsleitung und der Betriebsgewerkschaft Nemira (Sindicatul Nemira) von der Mehrheit der Belegschaft beschlossen.

Die Lohnabhängigen erhalten einen Monatslohn von 540 Lei (das sind keine 125 Euro). „Wie soll ein Arbeiter von diesem Geld seine Kinder ernähren? Und der Winter und damit die Heizperiode steht nun auch an“ zitiert Mediafax den Gewerkschaftssekretär Samir Nedelea. Die Streikenden fordern bescheidene 100 Lei Brutto (!) (23 Euro) mehr Gehalt und die Ausgabe versprochener „Einkaufsgutscheine“. (Das sind Bons, die anstelle von Geld in den sog. „teilnehmenden Geschäften“ zum Einkauf verwendet werden können). Zudem fordern sie einen kollektiven betrieblichen Arbeitsvertrag (ähnlich einem Haustarifvertrag in Deutschland), der u.a. Arbeitszeiten und Entlohnung regelt. Die kürzliche Neufassung des rumänischen Arbeitsgesetzes hat die bisherige Vorschrift aufgeweicht und sieht nun auch individuelle Arbeitsverträge vor, denen zu folge Arbeiterinnen und Arbeiter für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich entlohnt werden können, je nach dem „Verhandlungsgeschick“ bei der Verhandlung über den Lohn. Die Geschäftsleitung hatte angekündigt einen kollektiven Arbeitsvertrag bereits im März zu unterzeichen. Bis heute ist dies nicht geschehen, wie die Zeitung Adevarul berichtet.

Während die meisten landesweiten Medien nur kurz und bruchstückhaft über den Streik berichten, hat die bekannte Zeitung Romania Libera eine Hetzkampagne gegen die Streikenden und besonders den Gewerkschaftsvorsitzenden entfaltet, welchem sie unlautere Motive unterstellt, da dieser „mehrere Jahre lang in der Firma angestellt war und vor kurzem gekündigt wurde“ und den Streik nun „aus persönlichen Gründen von außen in die Firma trage“. Dass die Kündigung während der laufenden Verhandlungen durchgeführt wurde, um diese damit zu beenden, verschweigt die bürgerliche Presse.

In dieser Situation ist die Solidarität mit den Streikenden enorm wichtig. Es ist nicht nur selten dass Arbeiterinnen und Arbeiter in Rumänien streiken, sie stehen auch einer Welt der Ablehnung durch Politik, Medien und eingeschüchterter und teilnahmsloser Bevölkerung gegenüber. GDS ist ein Globalplayer, der seinen Hauptsitz im italienischen Vicenza hat. Niederlassungen gibt es u.a. auch in Düsseldorf und Madrid. Öffentlicher Druck kann sicherlich helfen den Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter Nachdruck zu verleihen. Zeigt euch solidarisch mit den Streikenden.

Nutzt die Email-Adressen und das Kontaktformular um eure Solidarität mit den Streikenden zu bekunden und die Geschäftsleitung aufzufordern, die Forderungen der Streikenden unverzüglich zu erfüllen:

GDS MS Arad, Romania

Eveljn Vendramini

E-mail: e.vendramini@gds.com

Hauptsitz GDS Group

Giovanni Cariolato

E-mail: g.cariolato@gds.com

Fax: +39 0445 428992

Kontaktformular: http://www.gds.com/contactus/enquiryform.ashx

Eine Übersicht von Firmenniederlassungen von GDS findet sich hier: http://www.gds.com/contactus/globaladdresses.ashx

Anarcho-Syndikalistischer Info-Dienst Rumänien, 03.10.2011

Die aktuelle Oktober-Ausgabe des “Industrial Worker” der “Industrial Workers of the World” (IWW) veröffentlicht ein Interview mit dem internationalen Sekretär der Anarcho-Syndikalistischen Initiative Rumäniens (I.A.S.R.). Darin informiert dieser über die Organisationsstruktur und angestrebte Arbeitsschwerpunkte der Initiative sowie über die Schwierigkeiten, mit denen die Anarcho-Syndikalisten in Rumänien konfrontiert sind. Angesprochen werden zudem die Situation der „nicht vorhandenen“ Linken im Land, sowie die der Anarchisten. Weiterhin erfahren die Leserinnen und Leser dass die I.A.S.R. einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) gestellt hat, über welchen auf dem kommenden Kongress der IAA entschieden werden soll.

Das Interview findet sich hier auf Seite 12.

The actual October issue of the “Industrial Worker” of the “Industrial Workers of the World” (IWW) published an interview with the international secretary of the Anarcho-Syndicalist Initiative from Romania (I.A.S.R.). Therein he informs about the organisational structure and the aspiration of the main work of the initiative as well as about the difficulties, with witch the anarcho-syndicalists in Romania are confronted. Addressed is also the situation of the “not existent” political left in the country, as also the situation of the anarchists. Further get the readers informed, that the I.A.S.R. has done a proposal of membership in the International Workers Association (IWA) about which the coming congress of IWA shall decide.

The interview is to find here at page 12

Was ist die Anarcho-Syndikalistische Initiative in Rumänien?

Die anarcho-syndikalistische Initiative in Rumänien (Initiativa Anarho-Sindicalista Romania) ist ein anarchistisches Projekt, genauer – ein anarcho-syndikalistisches Projekt, gegründet, um die Prinzipien des revolutionären Syndikalismus zu propagieren.

Was sind unsere Grundsätze?

Unsere Grundsätze sind  dazu beizutragen, eine Kritik an den bestehenden Gewerkschaften zu entfalten, welche auf dem Arbeitsmarkt operieren und in einer undemokratischen Weise funktionieren, das bekanntmachen von libertären Ideen, die Solidarität mit der arbeitenden Klasse und anderen vom aktuellen System unterdrückten sozialen Gruppen und einen Beitrag für eine Formation einer anarcho-syndikalistischen Bewegung in Rumänien zu leisten.

Was exakt ist die I.A.S.R., und in welche Richtung will sie sich entwickeln?

Aktuell versuchen wir unser Projekt durch einen Newsletter bekannt zu machen. Dieser Newsletter hat die Aufgabe, unsere Position zur Gewerkschaftsbewegung darzustellen und zu erklären und für diejenigen, die interessiert sind, die Prinzipien, die unserer Initiative zugrunde liegen, aufzuzeigen, ebenso wie das Model einer sozialen und ökonomischen Organisation entsprechend der libertären Prinzipien.

Das I.A.S.R.-Kollektiv beabsichtigt die Teilnahme an sozialen Aktionen, um dadurch eine anarchistische Präsenz unter Gewerkschaftern bei Protesten und Demonstrationen, unter Minderheiten jeder Art, die einen anerkannten Status in der Gesellschaft anstreben, sicherzustellen, sowie generell dort, wo immer auch Aktionen anzutreffen sind, die Veränderungen herbeiführen wollen, um die Gesellschaft von der Tyrannei des Staates, des Kapitalismus und der Religion zu emanzipieren.

Die Anarcho-Syndikalistische Initiative beabsichtigt, Teil der Internationalen Arbeiter-Assoziation zu werden, mit deren Statuten und Prinzipien wir uns identifizieren. Dieser Anschluss rührt mehrheitlich aus der Erkenntnis der Wichtigkeit internationaler Solidarität. Wir glauben, dass der Beitritt zu solch einer Organisation zu einer besseren Aufnahme von Ideen unter den Mitgliedern der I.A.S.R. beiträgt und eine Quelle der Inspiration, abgeleitet aus der langen Tradition der Existenz dieser Organisation ist.

Was ist die Motivation für solch ein Projekt, und was will es erreichen

Die Gesellschaft ist in soziale Klassen gespalten, zwischen denen, die beherrschen und den Beherrschten. Ausgehend von der Überzeugung, dass die Privilegien Einiger der Grund des Missbrauchs und der Ungerechtigkeit sind, identifizieren wir, wo immer Hierarchie und Autorität ist, die Quelle des Bösen in der Gesellschaft, in der wir leben. Diese Formen illegitimer sozialer Existenz beinhalten das, was unser Schicksal bestimmt.

Also sollten Staat, Kapitalismus und Religion einer Überprüfung unterzogen werden, um zu prüfen, ob die von ihnen ausgeübte Autorität die Bedingungen erfüllen, die als Basis unserer Gesellschaft etabliert werden sollten.

Wir glauben, dass sie dies mehr als oft nicht tun, und ihre Aktionen sich gegen alle von uns wenden. Unsere Geschichte ist eine lange Abfolge von Missbrauch und Raubzügen, durchgeführt von denen, die mit Autorität ausgestattet sind.

Der Staat hat die Machtposition der Kontrolle über die Bildung, der Einimpfung von Unterwürfigkeit im Interesse seines Machterhalts und der ungehinderten Propagierung der Interessen der herrschenden Klasse inne, der Kapitalismus ist verantwortlich für die Schaffung einer ungleichen und ungerechten ökonomischen Gesellschaft. Die Religion ist verantwortlich für das Darstellen ihrer Dogmen als absolute Wahrheit und ihren Beitrag dazu, das soziale Elend zu ignorieren. All dies macht die eigenmächtigen Entscheidungen einiger gegen andere, direkt oder indirekt, möglich.

Angesichts des gesagten, kämpfen wir für eine Gesellschaft, horizontal organisiert, basierend auf nicht-hierarchischen Prinzipien, verbunden von einem Netzwerk freiwilliger Assoziationen, koordiniert durch direkte Demokratie, die untereinander in Übereinstimmung mit den Prinzipien des libertären Kommunismus kooperieren.

In diesem Sinne betrachten wir den Anarcho-Syndikalismus als das bestmögliche Modell der Organisation, beginnend am Arbeitsplatz wo wir die Macht haben, unsere Ideen auszutauschen, wo wir uns Gehör verschaffen können, wo wir handeln können und uns in andere Bereiche der sozialen Gesellschaft ausweiten können.

Anarcho-Syndikalistische Initiative in Rumänien

Initiativa Anarho-Sindicalista Romania

Siehe auch den Blog der I.A.S.R.

What is the Anarcho-Sindicalist Initiative from Romania?

The Anarcho-Sindicalist Initiative from Romania is an anarchist project, more accurately – an anarcho-syndicalist project, initiated in order to promote the principles of revolutionary syndicalism.

Which are our objectives?

Our objectives are to initiate a criticism of the current labor unions that are operating on the labour market and which are run in an undemocratic manner, to make known libertarian ideas, to solidarize with the working class and other oppressed social groups under the current system and to contribute for the formation of an anarcho-syndicalist movement in Romania.

What exactly is  A.S.I.R. and in what direction does it tend to develop ?

Currently we try to promote our project publishing a newsletter. This newsletter has the role of making our position clear about the syndicalist movement, to define , for those interested, the principles that form the basis of our initiative and to indicate the model of social and economical organization according to libertarian principles.
The A.S.I.R. collective has also into account the participation at social actions in order to assure an anarchist presence among syndicalists at protests and marches, among minorities of any kind that claim a proper status in society and, generally, wherever there are to be found actions that intend to produce changes in order to emancipate the society form the tyranny of the state , of capitalism or religion.

The Anarcho-Syndicalist Initiative tends to be a part of the International Workers Association, with whose statutes and principles we identify ourselves. This adhesion is mostly due to the awareness of the importance of international solidarity. We believe that joining such an organization should contribute to a better assimilation of ideas among members of A.S.I.R. that will find a source of inspiration from the long tradition of the existence of this organization.

What is the motivation for such a project and what does it tend to accomplish?

The society is divided into social classes, between those who dominate and the oppressed. Starting from the conviction that the privileges of some are the source of abuse and injustice, we identify wherever there is hierarchy and authority – the source of evil in the society in which we live.

These forms of illegitimate social existence inherently are those that lead our destinies.

Thus the State, capitalism and religion – should be subject of scrutiny in order to certify if the authority exercised by them meets the conditions that should be established as the basis of our society.

We believe that more than often it does not and their actions turn against all of us, our history is but a long train of abuses and usurpations, made by those endowed with authority.

Thus the State is in charge of controlling the education, of inoculating obedience in order to conserve power and of promoting unhindered the interests of the ruling class, capitalism is responsible for creating an unequal and unjust economical society , religion is accountable for imposing their dogmas as being absolute truths and to make the social misery to be ignored.

All this make possible the arbitrary decisions made by some against others, directly or indirectly.

Given the above, we are fighting for a society organized horizontally, based on the non-hierarchical principle , composed of a network of voluntary associations, coordinated by direct democracy, that cooperate among themselves in accordance with the principles of libertarian communism.

In this sense, we consider anarcho-syndicalism the best suited model of organization, beginning from the workplace where we have the power to exchange ideas, where we can make us heard and where we can act and continuing into other realms of the social networks.

See also the Blog of the I.A.S.R.

Vor wenigen Wochen hat sich in Rumänien eine Anarcho-Syndikalistische Initiative gegründet. Die GenossInnen betreiben einen aktuellen und sehr informativen Blog und haben sich zum Ziel gesetzt, den Anarcho-Syndikalismus in der rumänischen arbeitenden Klasse bekannt zu machen. Wir führten mit unseren Genossen der IAS Rumänien ein Interview.

 

AS-Info Romania: Mit Freude sehen wir, das nun auch in Rumänien mit der Anarcho-Syndikalistischen Initiative ein seriöser Versuch unternommen wird, den Anarcho-Syndikalismus unter den Lohnabhängigen bekannt zu machen. Was führte zur Gründung eurer Anarcho-Syndikalistischen Initiative? Wie seit ihr auf den Anarcho-Syndikalismus gestoßen?

IAS Romania: [Durch] Das Bedürfnis für eine authentische klassenkämpferisch-anarchistische und anarcho-syndikalistische Perspektive und ebenso die Legitimierung der libertären sozialistischen Tradition als Ganzes in der rumänischen Gesellschaft. Nach den ersten Gehversuchen mit einigen anderen Projekten empfanden wir, das die aktuelle anarchistische Szene in Rumänien den klassenkämpferischen Anarchismus ignoriert, den Klassen-Charakter des Anarchismus aberkennt und nichts anderes hinterlässt, als einen „alternativen Fashion und Lifestyle“ aus ihm zu machen. Wir dachten, das eine ideologisch motivierte Initiative geschaffen werden muss, eine Initiative die aktuelle Alternativen zu Kapitalismus und Staatlichkeit präsentiert. Wir sahen keine Alternativen in der aktuellen rumänischen anarchistischen Szene, keine ideologische Praxis, keine Einheit, nichts das einer aktuellen sozialen und politischen Bewegung ähnelt. Zum zweiten Teil der Frage; nun gut, ihr wisst wie sie sagen, AnarchistInnen werden nicht gemacht, sie werden geboren. Ich persönlich denke das Anti-Autoritarismus Teil der menschlichen Natur ist, genauso wie Gier oder Unterwürfigkeit gegenüber Autorität and ähnliche Dinge. Das Problem ist, das der Kapitalismus als ökonomisches System eine soziale Umwelt schafft, die Leute in diesem Weg formt, Eigenschaften wie Solidarität, Anti-Autoritarismus usw. werden weggestoßen für andere Eigenschaften, wie z.B. Unterordnung unter Autorität und Habgier. So denke ich, das ich schon immer ein Anarchist war, soweit meine Bedürfnisse reichen, doch der Kollaps des Neo-Stalinismus in Rumänien und die Auswirkungen eines wilden und barbarischen Kapitalismus, führten mich zur anarcho-syndikalistischen Vereinigung von Anti-Autoritarismus und Klassenlosigkeit.

AS-Info Romania: Gibt es eurer Meinung nach Erfolgsaussichten für die Entwicklung einer Gewerkschaft aus eurer aktuellen Initiative heraus? Was sind eure Ideen, die Initiative bekannter zu machen?

IAS-Romania: Die Initiative ist ziemlich neu, gerade einmal zwei Wochen alt, denke ich. Und interessant ist, so Neu wir auch sind, das dass Feedback das wir bekommen, wirklich gut ist, doch für jetzt können wir noch nicht an die Bildung einer Gewerkschaft denken. Die Initiative in ihrem jetzigen Zustand ist ein rumänisches anarcho-syndikalistisches Informations-Bulletin, und die Hauptabsicht davon ist, Aufmerksamkeit zu erzielen und vielleicht in naher Zukunft eine Gewerkschaft aus ihr heraus zu bilden. Die Initiative ist fürs erste also nur ein Beginn. Wir wollen uns ausdehnen und soziale Ziele verfolgen die von der rumänischen Arbeiterklasse verstanden werden können. Wir möchten alles aufgreifen, von den alltäglichen Arbeitskämpfen zu Alternativen bei Arbeitsproblemen bis schlussendlich Alternativen zum Kapitalismus insgesamt. Dies führt auch wieder zu ersten Frage zurück. In Rumänien hatten wir nie solch eine Initiative, die stalinistischen Parteien benutzen noch immer das ewiggestrige Argument (in dem Sinne: Früher war alles besser – Anm. AS-Info-Romania) und lassen Probleme der Arbeiterklasse unbeachtet und Menschen zurückblicken anstelle nach vorne, vorwärts zu einem neuen frischen Beginn.

AS-Info Romania: Nahezu jeden Tag haben Lohnabhängige und Erwerbslose neue Attacken der Regierung und des IWF auf den eh schon unakzeptabel niedrigen Lebensstandard zu ertragen. Was sind in euren Augen die angemessenen Mittel dafür, auf die fortgesetzten Verschlechterungen und Kürzungen zu antworten?

IAS-Romania: Wie ein alter Mann mir einmal sagte, sind arbeitende Menschen immer in einer ökonomischen Krise, und so sind diese, vom globalen Kapitalismus im Bündnis mit der Regierung angewendeten Maßnahmen nichts Neues für die rumänische Arbeiterklasse. Rumäniens Problem ist ein Welt Problem. Deswegen hat der Westen seine Augen auf uns gerichtet. Seit 20 Jahren haben wir dieselben Probleme. Es ist nicht das erste mal das der IWF Geld an uns leiht und wir schwere Kürzungen durchführen. In den letzten 20 Jahren war Rumänien in konstanter Krise, weder die quasi-verstaatlichte sozialdemokratische Agenda half uns, noch die liberale, die Resultate waren und sind dieselben, mehr erwerbslose Menschen, mehr Konzentration des Reichtums und größere Spaltung zwischen den Klassen. Die Opposition in diesem Land ist von reichen Geschäftsleuten kontrolliert und die von ihnen vorgeschlagenen Alternativen sind lächerlich. Alle Gewerkschaften stecken in den Taschen der Parteien, so dass die Opposition nicht wirklich eine Opposition ist. Ich denke, es gibt keine Hoffnung in Rumänien, eine breite Bewegung muss von anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften gebildet werden, die zum Generalstreik und der direkten Übernahme aller Produktionsmittel übergehen. Arbeitende müssen ihre Arbeit und ihre Betriebe übernehmen und die Arbeiterselbstverwaltung auf allen Ebenen einführen. Wir müssen den Kapitalisten und Staatsanhängern zeigen, das arbeitende Menschen in der Lage sind ihr eigenes Leben ohne Staat und Kapitalisten zu führen.

AS-Info Romania: Welche Reaktionen habt ihr aus der kleinen anarchistischen Szene im Land auf eure Initiative erfahren? Habt ihr Unterstützung erfahren oder wurde die Idee des Klassenkampfs zurückgewiesen?

IAS-Romania: Wie ich bereits sagte, bis jetzt haben wir nur positive Rückmeldungen von einigen wenigen Leuten erhalten, doch wir wissen, das die Mehrheit der anarchistischen Szene hier um die Punk-Szene herum gebildet ist und keine Idee oder Interesse von/an klassenkämpferischem Anarchismus hat. Wie ich bereits zu Beginn über den Anarchismus in Rumänien sagte; die meisten selbsterklärten Anarchisten sind Punks, die mehr in Fussball-Hooliganismus involviert sind als in aktuelle Aktivitäten oder es sind Punks, die sich einem alternativen Lebensstil zugewendet haben – so das es hier keine ideologische Basis gibt.

AS-Info Romania: Habt ihr bereits öffentliche Aktivitäten unternommen um ArbeiterInnen über eure Initiative zu informieren und welcher Art waren die Reaktionen? Habt ihr ein Magazin oder eine andere Publikation?

IAS-Romania: Wie ich sagte sind wir noch sehr neu und noch immer in der Entwicklung. Wir sind nicht in einer Stadt konzentriert und dadurch ist es schwierig in Bewegung zu kommen. Doch in der nächsten Zukunft wollen wir die Herausgabe einer Publikation vorbereiten, ebenso wie die Agitation auf Arbeitsstätten und in Gewerkschaften. Aktuell versuchen wir Leute in der Initiative zusammen zu bringen so dass wir eventuell wirklich eine Gewerkschaft aufbauen können.

AS-Info Romania: Habt vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit eurer Initiative!

Die Homepage der IAS-Romania findet sich hier:

http://iasromania.wordpress.com/

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